Laienspiel bzw. Laientheater

Mit Laienspiel bzw. Laientheater werden Theateraufführungen bezeichnet, bei welchen keine speziell ausgebildeten bzw. nicht bezahlten Schauspieler mitwirken. Genau aus diesem Grund spricht man im Sinne dieser Darsteller auch von sogenannten Laien bzw. Dilettanten oder Amateuren. Aufgrund der Tatsache, dass die Schauspieler für ihre Aufführungen nicht entlohnt werden, ist klarerweise davon auszugehen, dass im Gegensatz zu einem Erwerbsinteresse das klare Vergnügen an der künstlerischen Leistung im Vordergrund steht.

Im Rahmen des mittelalterlichen Theaters versteht sich der Terminus „Laienspiel“ sehr oft als Gegensatz zu jener Theaterform, in der Angehörige als sogenannter Klerus auftraten. Demnach besitzt der Laie in dieser Form des Theaters kein Kirchenamt. Grenzt man das bürgerliche Theaterschauspiel zu sowohl kirchlichen als auch höfischen Anlässen ab, so spricht von in diesem Sinne sehr oft von einem Volkstheater. Frühere Theaterpraktiken als allgemeines Laienspiel zu bezeichnen stößt im Rahmen der gesamten Theaterszene eher auf Probleme, Ungereimtheiten sowie Widersprüche, da der heutige Begriff das Vorhandensein eines ausgebildeten und professionellen Berufstheaters voraussetzt.

In der heutigen Theaterwelt existieren Definitionen, welche eine klare Trennung und Unterscheidung zwischen Laienspiel und Amateurtheater sehen. Während sich das Amateurtheater eher an die Grundsätze und Prinzipien des Berufstheaters anlehnt und die dabei beschäftigten Darsteller sogar eine äußerst geringe Gage erhalten, entwickelten allgemeine Laienspiele sogar eigene Formen ihrer Theaterform. Eine besonders bekannte Variante ist das sogenannte Liebhabertheater, bei welchem die Laienschauspieler in machen Fällen sogar dafür bezahlen müssen, im Rahmen dieses Theaters überhaupt mitspielen und auftreten zu dürfen.

Ebenso schwierig erweist sich die Abgrenzung zwischen Theater- und Festkultur. Ob nun sogenannte theatralische Auftritte im Rahmen gesellschaftlicher Anlässe dem Laientheater zugerechnet werden, ist dabei mehr oder weniger von zwei zentralen Faktoren abhängig – nämlich vom Probenaufwand und der Eigenständigkeit der theatralischen Aufführung. Was den privaten Theaterauftritt von Berufsschauspielern betrifft, so sei festgehalten, dass diesem im Rahmen der Medien eine essentielle Bedeutung zukommt und dieser folglich nicht zum Laienspiel gezählt wird.

Die Veranstalter von Laienspielen bzw. Laientheateraufführungen sind oftmals Heimatvereine oder Kirchengemeinden. Was den Veranstaltungsort angeht, so sei hierbei erwähnt, dass die Aufführungen selten in traditionellen Theatern, sondern eher in Wirtshäusern, Gemeindesälen, Kirchen oder der Schulaula stattfinden. In den warmen Sommermonaten werden Laienspiele sehr oft auch im Freien als Open-Air-Veranstaltungen abgehalten. Dabei ist die Anzahl der Laienspiel-Aufführungen eher gering ; oftmals gibt es sogar nur eine einzige Aufführung.

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