So ganz genau weiß man nicht, wie lange die Schauspielerei bereits existiert, aber es ist darauf zu schließen, dass schon in der Steinzeit häufig gemimt wurde und den Menschen viel schauspielerisches Talent bei speziellen Riten abverlangt wurde. Mit der Entstehung neuer Medien im 20. Jahrhundert wurden Schauspieler vor ganz neuen Anforderungen gestellt und mussten besser und länger ausgebildet werden.
Prähistorische Funde aus der Steinzeit bestätigen, dass es die Schauspielerei bereits seit vielen Jahrhunderten gibt. Immer wieder findet man alte Masken und Malereien, die Menschen in Verkleidungen zeigen, was darauf schließen lässt, dass schon damals ein gewisses Maß an Schauspielerei nötig war, um zum Beispiel bei der Jagd oder speziellen Tänzen erfolgreich zu sein.
Seit der Antike – ein Zeitraum in dem zahlreiche große Theater erbaut wurden – gibt es erlesene Schauspieler, die das Publikum belustigen sollen. Zwar war die Schauspielerei zu dieser Zeit eher eine Nebenbeschäftigung, die von der Kirche sogar verachtet und als Possenreißen betitelt wurde, dennoch machten sich einige talentierte Mimen einen Namen und schafften es bis an den Adelshof, wo sie gut bezahlt wurden. Wer ein guter Schauspieler war, der machte Karriere an den Hoftheatern und Opern. Die Mimen mussten hauptsächlich in fröhliche Rollen schlüpfen, Festlichkeit und Stolz repräsentieren. Andere Wesenszüge, wie sie heute von Schauspielern nachgestellt werden müssen, waren zur damaligen Zeit eher nicht gefragt.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Schauspiel als Beruf anerkannt und erste Schauspielschulen in Italien und England entstanden. Nun mussten Schauspieler nicht mehr nur heitere und belustigende Stücke spielen, sondern auch tragische und dramatische Rollen einnehmen und das Publikum so begeistern. Der erfolgreiche Abschluss einer Schauspielschule bedeutete jedoch nicht gleichzeitig Erfolg und Karriere im Beruf des Schauspielers.
Ende des 20. Jahrhunderts war die Verbreitung audiovisueller Medien enorm. Eine gute Körpersprache und Gestik, wie man sie aus den Stummfilmen kennt, war nun nicht mehr gefragt. Die Sprache, die Telegenität und ein facettenreiches Schauspieltalent standen nun im Mittelpunkt der Medienlandschaft und Schauspieler mussten sich immer wieder den neuen Anforderungen stellen.
Mittlerweile sind nicht einmal mehr Schauspieler nötig, um einen hervorragenden Film präsentieren zu können. Es werden sogar komplette Filme animiert und spezielle Effekte mittels des Computers integriert.
Wenn man die heutige Schauspielerei mit der von damals vergleicht, dann sind die Unterschiede schon sehr prägnant. Während alle Augen noch vor mehreren Hundert Jahren auf den einzelnen Mimen gerichtet waren, der sein Können auf der Bühne präsentierte, ist der Zuschauer heute mit vielerlei Effekten und schnellen Szenenwechseln konfrontiert, wobei das schauspielerische Talent der Akteure oftmals nur zur Nebensache wird.